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[Restaurant Menu], [Restaurant General Information / About Us], [Restaurant Location and Contact], [Restaurant Delivery], [Restaurant Reservations], [Hotel Rooms], [Hotel General Information / About Us], [Hotel Dining], [Hotel Services], [Hotel Activities], [Hotel Spa and Wellness], [Hotel Location and Contact], [Hotel Reservations], [Hotel Special Offers and Packages], [Hotel Sustainability Practices], [Photo gallery], [Career / Jobs], [Website Privacy Policy], [General Terms and Conditions], [Weather Forecast], [Website Impressum], [Event(s)], [Webcam], [Unclassified].
Output Format:
{
"class": "Class name from above",
"confidence": 0.1,
"rationale": "Reason for classification"
}
Title: STB_Magazin_klar_07_2019%20-%20web.pdf
Content:
klar Herbst 2019
1
Führungswechsel im April 2020, professionell vorbereitet
Angebot Neue Gartenbaugruppe im Seetal /// Ausbildung Projekt Berufsschule
Shop Geschenkideen aus der Küche /// Mensch «Schrauber» aus Leidenschaft
Nº23
Das Magazin der Stiftung Brändi /// Oktober 2019
braendi.ch /// braendi-shop.ch
WINTERSCHNITT
Liebe Leserinnen, liebe Leser
Nach 15 Jahren erfolgreicher Führung der Stiftung Brändi und im Hinblick
auf das nahestehende Pensionsalter tritt Pirmin Willi auf Ende April 2020
als Direktor zurück. Der Stiftungsrat bedauert seinen Entscheid sehr, res-
pektiert jedoch seine Beweggründe. Mit seiner offenen und wertschätzenden
Art hat Pirmin Willi die Stiftung in einem hohen Mass positiv geprägt und
massgeblich zur sehr erfreulichen Entwicklung beigetragen. Der Stiftungs-
rat dankt Pirmin Willi herzlich für sein grosses Engagement.
Ein nicht unwesentlicher Teil unseres Personals wird sich in den nächsten
Jahren aus dem Berufsleben zurückziehen. Der Stiftungsrat ist sich bewusst,
dass es seine wohl wichtigste Aufgabe ist, die Schlüsselpositionen gut zu be-
setzen. Kompetente und einfühlsame Personen sind der zentrale Erfolgsfak-
tor für eine gute Zukunft der Stiftung Brändi. Der Stiftungsrat hat sich gut
auf die anstehenden Veränderungen vorbereitet.
Gute Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten sind für die Menschen mit Be-
hinderung ein wichtiges Fundament für ein glückliches Leben. Die Stiftung
Brändi will auch in Zukunft ein Ort sein, wo man gut und gerne lebt und
arbeitet. Ein gutes Beispiel dafür ist Daniela Polli, die seit rund 50 Jahren
bei uns ist. Es ist wichtig und richtig, dass es die Stiftung Brändi gibt, heu-
te und morgen.
Otto Wyss, Präsident
Editorial
klar Herbst 2019
3
Inhaltsverzeichnis
02
Editorial
04
Standpunkt
Adieu
06
Brändi-Produkt
Der Fantasie sind beim
Spielen von «Picto»
keine Grenzen gesetzt
07
Dienstleistung
Unsere Gartenprofis
08
Coaching
Routine ist wichtig
10
Partner
Hohe Bereitschaft für
die SPEWE AG
12
Kurznachrichten
Brändi-Singers im
KKL Luzern
14
Ausbildung
Platzmangel in der
Berufsschule
16
Arbeitgeber
Gesundheit fördern
17
Dienstleistung
Individuell kombinierbare
Geschenke
18
Mensch
Vom Töffli zum Traktor
20
Und sonst so?
Rund um die Stiftung Brändi
Die Mitspielenden erfinden zu den gewürfelten Symbolen
zusammenhängende Geschichten, die sie einander
erzählen. Für Abwechslung ist gesorgt, denn beim Würfeln
sind 5 184 Bildkombinationen möglich.
06
Brändi-Produkt
Der Fantasie sind beim Spielen von «Picto»
keine Grenzen gesetzt
Steigende Schülerzahlen führten bei der Stiftung Brändi in den letzten Jahren
zu grossem Platzmangel. Bis vor Kurzem war unsere Berufsschule
auf drei Standorte verteilt. Im Bahnhof Luzern mussten wir uns wegen Eigenbedarf
der ansässigen Schule zurückziehen. In Stans haben wir einen
Mietvertrag auf Zusehen hin und unsere Schulräume in Kriens sind voll belegt.
14
Ausbildung
Platzmangel
Wie gut können Sie nach 16 Jahren als Direktor der
Stiftung Brändi loslassen?
Der Gedanke des Loslassens beschäftigt mich im Moment noch
wenig. Die aktuellen Herausforderungen lassen dies kaum zu.
Ich werde die Stiftung Brändi erst Ende April 2020 verlassen.
Bis dahin will ich mich voll und ganz für die Geschicke der
Stiftung Brändi und deren Menschen einsetzen und bei der Über-
leitung zur neuen Verantwortlichkeit eine mittragende Rolle
spielen.
Und wenn der Moment Ende April da ist?
Dann wird sicher eine gewisse Wehmut spürbar sein, vor allem
aber Stolz auf die gut aufgestellte Stiftung Brändi und auf die
Menschen mit Behinderung, die hier mit Leidenschaft arbeiten
und ihr Leben gestalten.
Was hat Sie dazu bewogen, die Stiftung Brändi zu verlassen?
Im nächsten Jahr werde ich 64-jährig – die Pension steht
also vor der Tür. Wichtig war mir, dass ich eine geordnete Über-
gabe der Verantwortlichkeiten ermögliche. Danach
freue ich mich auf ein aktives und facettenreiches Leben
im privaten Bereich.
Abschied
mit Wehmut
und Stolz
Pirmin Willi wird im nächsten Jahr als
Direktor der Stiftung Brändi verab
schiedet. Die operative Leitung übergibt
er mit einem guten Gefühl, denn die
Stiftung Brändi hat alles, was es für eine
erfolgreiche Zukunft braucht.
Interview von Manuel Huber, Bild: Fotosolar
4
klar Herbst 2019
Adieu
Mit welchem Gefühl übergeben Sie die operative Leitung?
Mit einem sehr guten Gefühl. Wir haben ein solides Funda-
ment und konnten viele Erfolge erzielen und auch feiern.
Die Stiftung Brändi hat ein gutes Selbstwertgefühl. Zu Recht,
denn sie erbringt starke Leistungen und bietet tragende
Lösungen an. Das verdanken wir nicht zuletzt dem guten
Brändi-Geist.
Wie definieren Sie den Brändi-Geist?
Das ist mir in den letzten 15 Jahren nicht gelungen (lacht).
Ich würde aber sagen: Was den Brändi-Geist ausmacht, ist der
gegenseitige respektvolle Umgang, das Erbringen von Lösun-
gen und das Feiern von Erfolgen, wenn etwas gelungen ist.
In welchem Umfeld bewegt sich die Stiftung Brändi heute?
Die Gesellschaft ist im Wandel. Damit haben sich auch die Be-
dürfnisse von Menschen mit Behinderung verändert. Dem
wollen wir Rechnung tragen. Das politische Umfeld wird von
zwei Entwicklungen bestimmt. Einerseits von einer gewissen
Entsolidarisierung, einem teilweise undifferenzierten Umgang
mit Minderheiten und Benachteiligten. Andererseits von den
Sozialkosten und den kantonalen Sparpaketen. Das wirtschaft
liche Umfeld ist geprägt von Unsicherheiten auf dem Finanz-
und Wirtschaftsmarkt, Termin- und Preisdruck und veränder-
ten Produktions- und Marktbedingungen.
Welches sind die grössten Herausforderungen in diesen
Bereichen?
Es sind dies die Sparpolitik des Kantons und die Abhängigkeit
von politischen Entscheiden. Aktuell läuft die Revision des
Gesetzes über soziale Einrichtungen SEG. Aus unserer Sicht
werden hier anstelle von tragfähigen und pragmatischen
Lösungen ausgeklügelte Systeme implementiert und der unter-
nehmerische Freiraum der Institutionen weiter eingeschränkt.
Für die eigentlichen Kernleistungen bleibt immer weniger Zeit.
Und in den anderen Bereichen?
Die Anforderungen an die Betreuung, Begleitung und Aus
bildung von Menschen mit Behinderung haben zugenommen,
die Betreuungsverhältnisse wurden komplexer. Eine weitere
Herausforderung ist die Auftragsbeschaffung im Wirtschafts-
markt. Wir sind auf eine gute Auslastung angewiesen. Einer-
seits um unsere Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten, anderer-
seits um Menschen mit Behinderung ein förderliches Arbeits-
und Lernumfeld zu ermöglichen.
Was hat sich in den letzten 15 Jahren vor allem verändert?
Da denke ich spontan an: schneller, weiter, höher. Das ist ein
allgegenwärtiges Motto und Verhalten in Gesellschaft, Wirt-
schaft und Politik. Auch die Stiftung Brändi ist davon betrof-
fen. Beispiele sind die Digitalisierung und der erhöhte admi
nistrative Aufwand. Wir spüren auch die Tendenz, dass in der
Politik in Systeme statt in die Lebensqualität von Menschen
investiert wird.
Wie haben Sie darauf reagiert?
Indem wir proaktiv handeln und agil sind. Wir haben beispiels
weise unsere Dienstleistungen flexibilisiert. Das heisst, dass
wir Leistungen direkt bei unseren Kunden erbringen und nicht
für jede Dienstleistung eine neue Werkstatt bauen. Auch das
Wohnangebot haben wir flexibler gestaltet und wir fördern den
Berufsbildungsbereich.
Wie kann die Stiftung Brändi erfolgreich bleiben?
Ich bin überzeugt: We’ve got what it takes – wir haben das Zeug
dazu. Die Stiftung Brändi hat alles, um weiterhin erfolg-
reich zu sein. Dazu gehört nicht zuletzt der gute Brändi-Geist.
klar Herbst 2019
5
Seit mehr als 11 Jahren darf ich mit Pirmin Willi zusammen
arbeiten. Nach 15 Jahren in der Funktion des operativen Lei-
ters der Stiftung Brändi tritt er auf den 30.4.2020 zurück.
Die Zusammenarbeit mit Pirmin Willi bereitet mir viel Freu-
de und ist für mich bereichernd und heraufordernd zugleich.
Er stellt hohe Anforderungen an sich und sein Umfeld. Mit
seiner ausgeprägten Sozial- und Fachkompetenz hat er ein
feines Gespür für die strategisch oder operativ wichtigen
Themen und für das Machbare im Umfeld von Politik und
Gesellschaft. Er hat ein spezielles Flair, sein Umfeld für ein
gemeinsames Ziel zu motivieren. Pirmin Willi geht positiv
auf die Menschen zu und hat die natürliche Fähigkeit, auch
heikle Themen offen und fair anzusprechen, was mir mei-
ne Arbeit als Präsident sehr erleichtert hat.
Mit Freude darf ich feststellen, dass die Stiftung Brändi im
Kanton Luzern und darüber hinaus einen ausgezeichneten
Ruf geniesst und als Musterbeispiel für die Führung einer
grossen Organisation für Menschen mit Behinderung ange-
sehen wird. Pirmin Willi hat es ausgezeichnet verstanden,
die Stiftung Brändi gut zu positionieren und bei der Bevölke
rung eine hohe Akzeptanz und Wertschätzung zu erlangen.
Unter seiner Führung konnten die Umsätze und die Wert-
schöpfung in den Werkstätten deutlich verbessert und die
Wohnangebote flexibilisiert werden, was zu einer massgeb-
lichen Entlastung des Kantons Luzern geführt hat. Für die
Stiftung Brändi ist der wirtschaftliche Erfolg wichtig, aber
nicht zentral. Für Pirmin Willi war es immer das oberste Ziel,
für die Menschen mit Behinderung bei der Arbeit und den
Wohnunternehmen ein positives Umfeld zu schaffen.
Bei meinem jährlichen Rundgang in der Stiftung Brändi war
ich immer wieder beeindruckt, wie zufrieden und glücklich
die Menschen mit Behinderung sind und sich keinen bes-
seren Wohn- und Arbeitsplatz vorstellen könnten. Dazu hat
Pirmin Willi in den letzten Jahren sehr viel beigetragen,
wofür ihm ein herzlicher Dank gebührt. <
Von Otto Wyss, Präsident
6
klar Herbst 2019
Aus Symbolen werden Wörter,
aus Wörtern werden Geschichten
Brändi Picto ist ein Würfelspiel. Die Mitspielenden erfinden zu den gewürfelten
Symbolen zusammenhängende Geschichten, die sie einander erzählen.
Für Abwechslung ist gesorgt, denn beim Würfeln sind 5 184 Bildkombinationen
möglich. Die Zahl der eingesetzten Würfel beeinflusst die Spieldauer
und die Vielfalt der Geschichten. Das pädagogisch wertvolle Spiel fördert
Fantasie und Kreativität.
Lieferumfang
12 Holzwürfel
1 Stoffbeutel
1 Spielanleitung in D/E/F
Erhältlich in den Brändi-Shops Luzern und Willisau
oder unter www.braendi-shop.ch
Spielmasse
Holzwürfel: 25 × 25 × 25 mm
Verpackung: 84 × 81 × 57 mm
Gewicht:
165 g
klar Herbst 2019
7
Unsere Gartenprofis
Von Roger Aeschlimann, Bilder: Fotosolar
Die Nachfrage nach unseren Dienstleistungen im Gartenbau und Gar-
tenunterhalt steigt. Aus diesem Grund haben wir die neue Gartenbau-
gruppe für das Seetal ins Leben gerufen. Wir schätzen die Aufträge un-
serer Kundinnen und Kunden sehr. Unsere Teams werden von
gelernten Landschaftsgärtnern geleitet. Es sind Fachleute mit lang-
jähriger Berufserfahrung. Unsere Gartenprofis Philipp Meier und Clau-
dius Casper garantieren eine tadellose Arbeitsausführung. Wir sind
aber nicht nur Gartenprofis, sondern bilden gleichzeitig Mitarbeiten-
de mit Behinderung zu Gärtnerinnen und Gärtnern Fachrichtung
«Garten- und Landschaftsbau» aus. Unsere Gartenfachleute haben ei-
nen guten Draht zu Menschen und eine arbeitsagogische Zusatz
ausbildung. Der Mitarbeiterstamm besteht aus zehn Mitarbeitenden
im geschützten Arbeitsplatz. Zusätzlich sind acht Personen mit einer
IV-unterstützten Ausbildung im Gartenbau-Team integriert. <
Ziel jeder Ausbildung ist die Integration der Lernenden
in den allgemeinen Arbeitsmarkt.
Neue Gartenbaugruppe in der
Klostergärtnerei Baldegg
Zufriedene Kundschaft und immer
mehr Aufträge – daher gibt es
jetzt bei der Stiftung Brändi in der
Klostergärtnerei Baldegg eine
zusätzliche Gartenbaugruppe. Nun
sind es drei. Die Gartenprofis
bilden gleichzeitig Mitarbeitende
mit Behinderung aus.
8
klar Herbst 2019
Routine ist wichtig
A u t i s m u s -
C o a c h i n
v e r b i n d e t
W e l t e n
klar Herbst 2019
9
g
Bei der Stiftung Brändi arbeiten und woh
nen immer mehr autistische Menschen.
Das neue Coaching-Angebot unterstützt
sie und ihr Umfeld. Denn wenn die Um
stände stimmen, sind hervorragende Leis
tungen möglich.
Autistische Menschen fühlen sich oft wie auf dem falschen
Planeten. Ihre Fähigkeit, sich in andere Menschen hinein-
zuversetzen, ist nicht sehr ausgeprägt. Sie haben Mühe, ver-
bale und nonverbale Sprache sowie Gesten und Tonfall rich-
tig zu interpretieren, Gesichtsausdrücke zu lesen und Witze
zu verstehen. Zudem können sie über- oder unterempfind-
lich auf Geräusche, Berührungen oder Schmerzen reagie-
ren und in einem bestimmten Gebiet spezielle Interessen
entwickeln. Für die meisten autistischen Menschen ist es
wichtig, ihrem Alltag Routine zu geben. Sie mögen Regeln
und Ordnung.
Autist*innen sehen, hören und fühlen die Welt anders als
Menschen ohne Autismus – im Fachjargon als neurotypi-
sche Menschen bezeichnet. «Autismus ist keine Krankheit,
sondern eine angeborene, besondere Art, die Welt wahrzu-
nehmen. Sie hat nicht nur Auswirkungen darauf, wie Men-
schen die Umgebung wahrnehmen, sondern auch darauf,
wie sie mit anderen interagieren», erklärt Konstanze Rink,
Psychologin und Expertin für Autismus. Im Zusammenhang
mit der Diagnose spricht man vom Autismus-Spektrum.
«Dies bedeutet, dass jeder Mensch mit Autismus in gewis-
sen Bereichen Schwierigkeiten hat, diese jedoch sehr unter
schiedlich verteilt sind.»
In den letzten Jahren wurden immer mehr Menschen mit
Autismus diagnostiziert. «Das Thema Autismus-Spektrum-
Störung ist in der Gesellschaft angekommen», sagt Rink.
«Eltern lassen ihre Kinder früher abklären, das Fachperso-
nal ist stärker auf das Thema sensibilisiert. Trotzdem wird
es ein langer Weg sein, bis autistische Menschen vollstän-
dig integriert sind und ihnen ermöglicht wird, ihren Teil
zur Gesellschaft beizutragen.» Die Stiftung Brändi sieht sich
in der Verantwortung, diesen Prozess zu unterstützen. Zu-
dem arbeiten und wohnen immer mehr autistische Men-
schen bei der Stiftung Brändi. Um das Angebot im Bereich
Autismus zu erweitern und zu professionalisieren, wurde
Konstanze Rink als Autismus-Coach beigezogen.
Sich als Autist*in in der neurotypischen Welt zurechtzufin-
den, kann oft überwältigend sein und Stress verursachen –
im privaten Umfeld genauso wie im Arbeitsalltag. Autisti-
schen Menschen fällt es schwer, Prioritäten richtig zu setzen
und mehrere Aufgaben parallel zu bearbeiten. «Wenn jedoch
die Umstände stimmen, sind Menschen mit Autismus oft
in der Lage, hervorragende Leistung zu erbringen», sagt
Konstanze Rink. Hier setzt die Stiftung Brändi mit dem neu-
en Angebot «Autismus-Coaching» an.
Das neue Coaching-Angebot richtet sich an Jugendliche und
Erwachsene mit einer Diagnose aus dem Autismus-Spek
trum. «Sie sollen punktuell oder nach Bedarf bei der Integra
tion in den allgemeinen Arbeitsmarkt, am geschützten Ar-
beitsplatz oder im Wohnbereich unterstützt werden», erklärt
Konstanze Rink. «Ziel des Coachings ist es, die Handlungs-
kompetenzen und Ressourcen von Personen mit Autismus
zu stärken und ihre Selbstverantwortung zu fördern. In re-
gelmässigen Coaching-Sitzungen werden gemeinsam Stra-
tegien erarbeitet, damit die Autist*innen lernen, schwieri-
ge Herausforderungen im Arbeits- und Wohnalltag möglichst
selbständig zu meistern.» Gleichzeitig werden Vorgesetzte,
Teamkolleg*innen sowie Schulpersonal beraten.
Es gilt, Strategien zu finden, die nahe am Arbeitsmarkt und
im Alltag einfach umsetzbar sind. Damit wird ein optima-
les Arbeitsumfeld für Personen mit Autismus geschaffen.
«Dies erfordert manchmal Kompromisse und Eingeständ-
nisse von beiden Seiten», so Rink. «Wenn das Umfeld aber
über die Bedürfnisse der Person mit Autismus Bescheid
weiss und diese berücksichtigt, können sich ideale Arbeits-
verhältnisse ergeben.» <
Von Manuel Huber, Bild: Fotosolar
Konstanze Rink ist Psychologin und zertifizierte
Fachberaterin für Menschen mit Autismus-
Spektrum-Störungen (ASS). Seit Februar 2019
steht sie der Stiftung Brändi als Autismus-Coach
und Integrationsberaterin ASS zur Seite.
10
klar Herbst 2019
SPEWE-Geräte tragen die Handschrift
der Stiftung Brändi
Was vor über 25 Jahren mit Erfindergeist begann, ist heute eine starke Partnerschaft.
Die SPEWE AG hat mit der Stiftung Brändi einen zuverlässigen Industriepartner,
der das Know-how für alle Prozesse hat.
Richard Vögele ist ein Mann mit Erfindergeist. Anfang der
1990er-Jahre wollte er von der Stiftung Brändi eine Holz-
kiste fertigen lassen. Bei der Betriebsbesichtigung in Sur-
see sah er, dass die Mitarbeitenden auch Aluminium verar-
beiteten. So stand der gelernte Malermeister einige Tage
später mit einem Prototyp seines Schneidegerätes wieder bei
der Stiftung Brändi, da er verschiedene Teile aus Alumini-
um dafür benötigte. Zusammen mit Sepp Spichtig, Entwick
ler bei der Stiftung Brändi, wurde das Schneidegerät schliess
lich bis zur Serienreife weiterentwickelt. Richard Vögele
gründete später die Firma SPEWE, die er 2005 verkaufte.
Der Erfindergeist ist noch heute präsent – die Zusammen
arbeit ist geblieben und hat sich intensiviert. Die SPEWE AG
hat eine eigene Entwicklungsabteilung, die laufend neue Ge-
räte konstruiert. Die Stiftung Brändi fertigt heute verschie-
dene Typen von Dammstoff-Schneidegeräten. Der SPEWE-
Auftrag ist für die Stiftung Brändi interessant, denn zur Her-
stellung der Geräte braucht es viele verschiedene Ferti-
gungsschritte. Entsprechend sind diverse Unternehmen und
Abteilungen der Stiftung Brändi involviert. Die Mechanik
fertigt Aluminiumteile an, in der technischen Montage wer-
den komplexe Baugruppen zusammengebaut und ganze Ge-
räte montiert – inklusive Qualitätsprüfung. Die elektrischen
Komponenten stammen aus der Elektromontage. In der
Schreinerei werden die passenden Holzelemente zugeschnit-
ten, die Ausschnitte und Bohrungen auf der CNC-Maschine
präzise bearbeitet und in der Oberflächenbehandlung der
Schreinerei mit der gewünschten Farbe lackiert.
Die Herstellung der Geräte gibt Menschen mit Behinderung
die Möglichkeit, eine sinnvolle Arbeit auszuführen und ihre
unterschiedlichen Talente einzubringen. Der SPEWE-Auftrag
ist für die Stiftung Brändi auch aus sozialer Sicht wichtig.
Arbeit ist ein zentraler Aspekt, wenn es um die Gestaltung
der Tagesstruktur geht, und vermittelt das Gefühl, gebraucht
zu werden. <
Von Roger Aeschlimann, Bilder: Fotosolar
Die Firma SPEWE AG ist spezialisiert auf Schneide-
geräte für Bauisolationen. SPEWE-Geräte wer-
den in der Schweiz und im EU-Raum verkauft. Rund
80 % der Geräte exportiert SPEWE. Die wirtschaft
liche Entwicklung in den EU-Staaten hat deshalb
einen direkten Einfluss auf die Auftragslage der
Stiftung Brändi.
Daniel Muntwyler, Mitinhaber der SPEWE AG
«Ich arbeite seit 25 Jahren mit der Stiftung Brändi zusam-
men. Wir bekommen professionelle Leistungen zu
marktüblichen Preisen. Die Vielfalt der Dienstleistungen
und die Bereitschaft, sich aktiv einzubringen, schätze
ich sehr. Ich kann die Stiftung Brändi bestens empfehlen.»
Hohe Bereitschaft für die SPEWE AG
klar Herbst 2019
11
Die Stiftung Brändi unterstützt Kunden wie SPEWE bei allen Prozessen:
Entwicklung
Wir bieten unseren Auftraggebern fachliche Unterstützung bei der Umsetzung von Ideen
Einkauf
Im Auftrag des Kunden kaufen wir Rohmaterial und Komponenten ein und planen den Bedarf
Fertigung
Wir fertigen Teile aus Rohmaterial
Montage
Die Einzelteile fügen wir zu Baugruppen zusammen, die Baugruppen schliesslich zum kompletten Produkt
Verpackung
Die Verpackung (Schalenkoffer) für die Schneidegeräte werden bei uns fertiggestellt
Qualität
Wir prüfen die Qualität der Geräte nach Prüfanweisung des Auftraggebers
Verpacken
Die fertigen Schneidegeräte verpacken wir in die Schalenkoffer
Lagern
Wir übernehmen für Kunden die Zwischenlagerung bis zur Auslieferung der Produkte
Wir suchen
Montageaufträge!
Einzelaufträge oder
ganze Produktionsketten.
Martin Aregger kann
Sie fachmännisch beraten.
Telefon 041 349 02 63
<PRESIDIO_ANONYMIZED_EMAIL_ADDRESS>
12
klar Herbst 2019
Traumwelten – Kunstausstellung,
Kornschütte Luzern
Werden Träume wahr? Verarbeiten wir damit unsere Er-
lebnisse? Muss man sie ernst nehmen oder soll man sie
einfach vergessen? Unsere Künstlerinnen und Künstler ha-
ben ihre Träume auf Papier gebracht. Entstanden sind krea
tive Werke, eine vielfältige Palette von bemerkenswerten
Bildern. Die Ausstellung in der Kornschütte ermöglicht
einen Einblick in die Traumwelt von Menschen mit Behin
derung. Sie ist ein Inklusionsprojekt der Stiftung Brändi.
Projektteam
Andreas Kathriner, Stefan Aschwanden, Pia Renggli
und Irene Bossart – Kurator ist Roland Heini
Vernissage: Dienstag, 17. Dezember, 18 bis 20 Uhr
Ausstellung: 18. Dezember 2019 bis 5. Januar 2020
Montag bis Freitag: 10 bis 18 Uhr,
Samstag und Sonntag: 10 bis 16 Uhr
Daniela Polli lebt seit 50 Jahren
in der Stiftung Brändi
Daniela ist eigentlich pensioniert, aber neulich
war sie im Kopierraum anzutreffen. Sie stand ne-
ben einer Schachtel voller alter Belege und bedien-
te den Schredder. Hin und wieder schneidet sie
Papier zu. «Du kannst dir nicht vorstellen, wie ger-
ne ich diese Arbeiten mache. Einfach etwas Nütz-
liches tun. Sonst wird es mir noch langweilig.»
Daniela, wir gratulieren dir herzlich zum Jubiläum.
Brändi-Shop Willisau –
freundlich und modern
Der Designer Roland Eberle hat
das Ladenkonzept der Brändi-
Shops entwickelt. Die Ladenele-
mente wurden von unseren Abtei-
lungen Schreinerei und Mecha-
nik gefertigt. Entstanden ist ein
modernes Verkaufsgeschäft, das
unserer Kundschaft gefällt. Es
gibt Neues zu entdecken.
Paul Ineichen, Leiter Brändi-Shop Willisau
klar Herbst 2019
13
Neuer Leiter Marketing
und Kommunikation
Matthias Moser, der neue Leiter, hat
den Bereich am 16. September über-
nommen. Er wird damit auch Redak-
tionsleiter des Magazins «klar», das
eine Auflage von 21 000 Exemplaren
hat. Roger Aeschlimann, der den Be-
reich in den letzten 25 Jahren aufge
baut hat, ist pensioniert.
Brändi-Singers im KKL Luzern –
18. Dezember 2019, 19.30 Uhr
«Gloria» – heisst das traditionelle Weihnachtssin-
gen, organisiert vom Luzerner Sinfonieorchester.
Festliche Lobeshymnen aus verschiedenen Epo-
chen stehen auf dem Programm. Der Vorverkauf
läuft bereits.
Teilnehmende sind:
Luzerner Sinfonieorchester, Konzertchor Klang-
werk, Luzerner Mädchenchor & Luzerner Sänger-
knaben, Cantus Rothenburg, Instrumentalistinnen
und Instrumentalisten der Musikschule Luzern
und der Talentförderung der Musikschule Luzern,
Brändi-Singers
«Was immer Sie tun, für Sie habe
ich eine Dienstleistung»
Ich bin für den Verkauf unserer Produktionsleistun-
gen verantwortlich. Die Dienstleistungspalette ist
sehr vielfältig, wir übernehmen ganze Produktions-
ketten oder Teile davon. Gerne schnüre ich zusam-
men mit Ihnen Ihr individuelles Lösungspaket. Tes-
ten Sie meine Kreativität und lassen Sie sich von mir
fachmännisch beraten. Ich freue mich auf Sie. <
Martin Aregger, Leiter Verkauf
Produktion und Dienstleistungen
<PRESIDIO_ANONYMIZED_EMAIL_ADDRESS>
Telefon 041 349 02 63
14
klar Herbst 2019
Platzmangel in der Berufsschule
Berufsschule nimmt eine
tragende Rolle ein …
Bei der Stiftung Brändi sind permanent rund 200 Lernende in einer Ausbildung.
Als Ergänzung zur öffentlichen Berufsschule besuchen sie die interne Berufsschule.
Die gezielte zusätzliche Förderung erhöht ihre beruflichen Chancen.
Die berufliche Ausbildung von Jugendlichen, die eine IV-Un-
terstützung benötigen, ist eine wichtige gesellschaftliche
Aufgabe. Ganz besonders, wenn es darum geht, dass sie den
Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes ohne ge-
zielte Förderung noch nicht oder nicht mehr gewachsen
sind. Die Stiftung Brändi bietet Ausbildungen auf drei Ni-
veaus an: Praktische Ausbildung PrA INSOS, Grundbildung
mit Eidgenössischem Berufsattest EBA und Grundbildung
mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis EFZ.
Die Stiftung Brändi vermittelt jungen Menschen mit Beein-
trächtigung eine praxisnahe Ausbildung oder Umschulung
in fast allen Berufsfeldern. Sie erhalten in allen Phasen
Unterstützung, sagt Bart De Mul, Leiter Berufsschule der
Stiftung Brändi: «Wir engagieren uns für die Lernenden
während der Vorlehre in der Vorbereitung zur Ausbildung
oder gezielt bis zum Abschluss. Unsere Job-Coaches unter-
stützen die Lernenden nach dem erfolgreichen Abschluss
bei der Stellensuche im allgemeinen Arbeitsmarkt.»
Die Berufsschule der Stiftung Brändi orientiert sich an den
Vorgaben der öffentlichen Berufsschule und an den persön-
lichen Bedürfnissen der Lernenden. Die jungen Menschen
mit Beeinträchtigung erhalten bei der Stiftung Brändi eine
praxisnahe, anwenderorientierte Ausbildung in Ergänzung
mit theoretischem Wissen, und dies in enger Zusammenar-
beit mit der Produktion. «Bei den Ausbildungen der Stufen
EFZ und EBA werden die Inhalte des Unterrichts der öffent-
lichen Berufsschule noch einmal vertieft behandelt. Die
Themen richten wir auf die Bedürfnisse der einzelnen Ler-
nenden aus», erklärt Bart De Mul. Bei der praktischen Aus-
bildung und bei der Vorlehre erhalten die Lernenden die
ganze schulische Ausbildung an der Berufsschule der Stif-
tung Brändi.
Das Ziel jeder Ausbildung ist die optimale berufliche und
soziale Integration der Lernenden in den allgemeinen Ar-
beitsmarkt. «Die hauseigene Berufsschule nimmt dabei eine
tragende Rolle ein», sagt Bart De Mul mit Blick auf die po-
sitiven Erfahrungen der letzten Jahre.
Wir investieren in ein positives Lernumfeld.
Bart De Mul beim Unterricht in der Berufsschule,
die aus allen Nähten platzt.
klar Herbst 2019
15
… und platzt aus allen Nähten
Steigende Schülerzahlen führten bei der Stiftung Brändi in
den letzten Jahren zu grossem Platzmangel. Bis vor Kurzem
war unsere Berufsschule auf drei Standorte verteilt. Im
Bahnhof Luzern mussten wir uns wegen Eigenbedarf der an-
sässigen Schule zurückziehen. In Stans haben wir einen Miet-
vertrag auf Zusehen hin und unsere Schulräume in Kriens
sind voll belegt.
Die kostengünstigste Variante ist, das bestehende
Gebäude aufzustocken
Wir haben verschiedene Lösungen geprüft. Die Aufstockung
des bestehenden Betriebsgebäudes bringt am meisten Vor-
teile. So kann auch die bestehende Baureserve ausgenutzt
werden. Die statische Grundstruktur wird mit der Aufsto-
ckung nicht tangiert. Der Zugang ins neue Obergeschoss
ist über das Treppenhaus und den Personenlift gewährleis-
tet. Das Projekt wird nach den heute gültigen Normen aus-
geführt. Die baulichen Anpassungen bei den Verkehrs- und
Fluchtwegen sowie der Haustechnik erfolgen bei laufendem
Betrieb. Die Schulräume werden nach kurzer Bauzeit im
Juli 2020 bezugsbereit sein.
Vorteile des Standortausbaus in Kriens
Die bestehende Infrastruktur in Kriens kann optimal mit-
genutzt werden, die Infrastruktur für Schulsport ist bereits
vorhanden. Neu wird die gesamte Berufsschule im selben
Gebäude sein wie das grösste Ausbildungsunternehmen der
Stiftung Brändi. So werden die organisatorischen Abläufe
durch die Konzentration auf einen Standort optimiert. Mit
der zusätzlichen Etage gewinnen wir 640 m2 Fläche. Die
neuen Schulzimmer werden multifunktional und barriere-
frei gestaltet. Die hellen und modernen Räume schaffen ein
motivierendes Lernumfeld.
Erfolgreiches Lernen für eine positive Zukunft
Mit den neuen Räumen unserer Berufsschule schaffen wir
einen Ort, wo erfolgreiches Lernen möglich ist. Und der zu-
sätzliche Platz sichert den langfristigen Bedarf für bis zu
250 Lernende. So können wir uns auch weiterhin stark für
die Integration von Menschen mit Behinderung in den all-
gemeinen Arbeitsmarkt engagieren. <
Von Roger Aeschlimann, Bilder: Fotosolar
Wir brauchen Ihre Unterstützung für
Projektkosten von CHF 2 550 000.–
Helfen Sie uns mit Ihrer Spende:
Stiftung Brändi, Spendenzweck: Berufsschule Kriens,
Luzerner Kantonalbank, 6002 Luzern, 60-41-2,
IBAN: CH08 0077 8160 7123 1203 9
Ihre Fragen beantwortet gerne Frau Fabienne Steinmann,
Direktionsassistentin, Telefon 041 349 02 06,
<PRESIDIO_ANONYMIZED_EMAIL_ADDRESS>
Die Stiftung Brändi erhält, abgesehen von Betriebsbeiträgen, keine staatlichen
Infrastrukturzuschüsse. Investitionen müssen über Spenden oder über die laufende
Rechnung finanziert und amortisiert werden.
Geplant ist die Aufstockung der Berufsschule
in Kriens um eine Etage.
Gesundheit fördern
Pause in der Werkstatt. Mitarbeitende und Personal lockern
ihre Schultern und dehnen die Nackenmuskulatur. Dauer-
sitzen am Arbeitsplatz ist weder gesund, noch ist der
menschliche Körper dafür gemacht. Pausengymnastik ist
eine von vielen Initiativen der Stiftung Brändi, um mehr
Bewegung in den Alltag zu bringen. Da sind aber auch An-
gebote wie Nordic Walking oder Schwimmen von PluSport
oder die Restaurants und Wohngruppen der
Stiftung Brändi, die auf eine ausgewogene
Ernährung achten.
«Bewegung und Ernährung beschäftigen
uns täglich und wir machen bereits viel in
diesem Bereich», sagt Anna Tanner. «Aber
es ist nicht einfach, diese Themen aktuell
zu halten.» Die Leiterin des Wohnhauses
Sursee ist zurzeit Projektverantwortliche
von «bewegt & gesund». Das neue Projekt richtet sich an
Mitarbeitende und Personal der Stiftung Brändi. Es baut auf
den bisherigen Angeboten und Erfahrungen des letzten
gleichartigen Projekts auf. «Es geht darum, das Feuer für
Bewegung und Gesundheit neu zu entfachen. Das Projekt
stellt eine Ergänzung zu den bisherigen Angeboten dar und
soll auf eine kreative, positive Art motivieren.»
Die Vorbereitungen dauerten rund ein Jahr. Die Projekt-
gruppe setzte sich mit dem aktuellen Angebot auseinander,
definierte Handlungsfelder und entwickelte Ideen. «Die Un-
ternehmen der Stiftung Brändi entscheiden selber, was sie
umsetzen», erklärt Anna Tanner. Die Ernährungsberatung
bildet ein übergeordnetes Angebot. «Teams und Personal
können eine Ernährungsspezialistin beiziehen und sich be-
raten lassen.» Dabei werden auch Themen der Ernährungs-
psychologie behandelt. «Es geht darum, Rituale und Verhal-
tensweisen zu hinterfragen. Wir alle kennen die Ernäh-
rungspyramide. Aber sie im Alltag umzusetzen, etwa dem
Gipfeli in der Pause zu widerstehen, ist dann
sehr anspruchsvoll», weiss Anna Tanner.
Seit der Lancierung des Projekts «bewegt
& gesund» im Mai dieses Jahres stösst das
Angebot der Ernährungsberatung auf gros-
ses Interesse. Gefragt seien zudem neue
Kursangebote und gute Beispiele aus dem
Alltag, sagt Tanner: «Wir teilen positive Er-
fahrungen und geben einander Empfehlun-
gen. Da gibt es Wohngruppen, die mit Kochbüchern neue
Rezepte entdecken oder die einen Kochwettbewerb lancie-
ren wollen. Solche Ideen können andere inspirieren und
motivieren.» Insbesondere über die Ernährungsberatung
und die erfolgreichen Praxisbeispiele erhofft sich Anna Tan-
ner, dass das Projekt nachhaltig wirkt und Mitarbeitende
wie auch Personal bewegt und gesund bleiben. <
Von Roger Aeschlimann
Maskottchen: Matthias Leutwyler
Bewegung, Ernährung, Gesundheit. Diese Themen beschäfti-
gen Mitarbeitende mit Behinderung und Personal der
Stiftung Brändi täglich. Das Projekt «bewegt & gesund» soll
neuen Schub geben und nachhaltig wirken.
«Bewegt
und gesund»
TOPI ist das Maskottchen des
Projekts. Der aktive Apfel –
mal mit Fussball, mal beim
Nordic Walking oder Wan-
dern – ist der Sieger eines
Wettbewerbs, bei dem Mitar-
beitende und Personal ihre
Vorschläge eingeben konnten.
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klar Herbst 2019
klar Herbst 2019
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Individuell kombinierbare Geschenke
Geschenke aus
Küche, Garten
und Werkstatt
Schenken macht Freude. Nur: Was soll
man heute noch schenken? Unsere
Liebsten haben alles. Auch mit einem
Firmengeschenk zu überraschen, ist
nicht einfach. Unser Tipp: Lebensmittel
aus der Region, selbstgemacht und
schön verpackt. Unsere Köstlichkeiten
lassen sich mit Kerzen, Brändi-Spielen
und anderen Artikeln individuell kombi
nieren. Wir haben Geschenkideen für
jedes Budget und beraten Sie gerne in
den Brändi-Shops Luzern und Willisau.
Brändi-Food-Produkte – frisch und sozial
Menschen mit Behinderung arbeiten bei der Herstellung der
Brändi-Food-Produkte in verschiedenen Phasen mit. Im Bio-
Betrieb in Baldegg pflanzen und ernten sie Bohnen, Tomaten,
Tees, Kräuter, Beeren, Essblumen usw. Die Frischprodukte wer-
den teilweise direkt in der Gärtnerei weiterverarbeitet. In die-
sem Betrieb arbeiten 50 Menschen mit Behinderung. Die
Küchenmannschaft unseres Restaurants Cayenne in Sursee
verarbeitet vorwiegend frische Produkte aus der nahen Um
gebung oder generell aus der Schweiz. Dazu gehören auch
Bio-Produkte aus der Klostergärtnerei Baldegg. Aus dieser Kü-
che kommen auch die verschiedenen Pastasorten und das gan-
ze Gebäcksortiment. Im Cayenne-Team arbeiten 20 Menschen
mit Behinderung mit. <
Von Roger Aeschlimann, Bilder: Fotosolar & Fabian Biasio (3)
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Eine unserer Geschenkideen: Blütensalz, Essblüten,
Safran-Fusilli, Cherry-Tomaten.
Gebäck, Pasta und Saucen produziert von unseren
Profis im Restaurant Cayenne in Sursee.
Bio-Produkte aus unserer Klostergärtnerei Baldegg:
Bohnen, Tee, Cherry-Tomaten, Gewürze usw.
Irène Limacher: «Es gibt Dinge, die bekommt man
fast nur bei uns, Goldmelisse und Essblüten zum
Beispiel.»
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Vom Töffli zum Traktor
Schrauberherz mit Benzin im Blut
Erwin Schmid zerlegte den uralten Traktor seines Grossvaters bis auf die letzte
Schraube. Zehn Jahre und Hunderte Arbeitsstunden später sieht der Oldtimer aus
wie neu und weckt das Interesse von Käufern.
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Der Grossvater war Bauer und hatte ein kleines Lohnunternehmen
mit einer grossen Dreschmaschine. Damit führte er Aufträge für
Bauern aus. «Als Kind konnte ich auf den Traktoren mitfahren»,
erinnert sich Erwin Schmid. «Meine Eltern nahmen mich auch an
Oldtimertreffen mit. Autos mit grossen Motoren lassen mein Herz
heute noch höherschlagen.»
Als sein Grossvater das Bauern aufgab, vermietete er seine Gebäu-
de an Kleinunternehmen, vorwiegend an Automechaniker. Für
Erwin Schmid war das eine prägende Zeit. Da wurden vor seinen
Augen Motoren zerlegt und Autos repariert. Der heute 30-Jährige
schaute stundenlang dabei zu, stellte Fragen und reichte dem Me-
chaniker hin und wieder einen Schraubenschlüssel. So lernte er
die Werkzeuge und die Arbeitsschritte beim Revidieren von Moto-
ren kennen. Sehr viel lernte er auch von seinem Vater, der gelern-
ter Automechaniker ist. Für Erwin Schmid war bald klar, dass er
selber «schrauben» wollte. So kaufte er sich ein Zweigang-Töffli,
ein Pony 305 mit einem Motor von Sachs. Daran wollte er «den Fein-
schliff machen». Es lief nicht immer alles rund. Seine ADHS-Krank-
heit machte sich bemerkbar, Erwin Schmid wurde schnell nervös
und brauchte manchmal Hilfe beim Zusammenbauen.
Als 20-Jähriger kam ihm die Idee, den uralten Traktor seines Gross-
vaters von Grund auf zu revidieren. Er baute eine neue Batterie ein
und siehe da: Der Traktor lief auf Anhieb an. Das Öl wurde warm
und konnte abgelassen werden. Erwin Schmid zerlegte den Trak-
tor in sämtliche Einzelteile. Sein Vater und ein Kollege halfen ihm
dabei. «Wir ersetzten alle Dichtungen, die Simmerringe, die Lager,
die Kupplung und die Bremsen. Wir brauchten neue Pneus. Ich
habe alle Gussteile gewaschen und entfettet. Von der Carrosserie
haben wir die Farbe entfernt und liessen die Teile frisch spritzen.»
Das ganze Projekt dauerte fast zehn Jahre. «Meine Mutter sagte
immer: Das ist deine ewige Baustelle, da wirst du nie fertig.» Erwin
Schmid gibt zu, dass es kein einfaches Projekt war. «Erschwerend
war, dass wir viermal umgezogen sind. Wir haben dann jeweils
die wichtigsten Teile provisorisch zusammengebaut, damit wir den
Traktor abschleppen konnten.» Heute ist der Traktor fertig und
sieht aus «wie aus dem Laden», sagt Erwin Schmid stolz. «Wenn
ich damit aufkreuze, kommen immer wieder Typen auf mich zu
und fragen: Was muesch ha für das Deng?» Jemand sagte ihm, dass
es von diesem Typ Traktor nur 42 Stück gebe. «Ich weiss nicht, ob
das stimmt. Auf jeden Fall behalte ich den Traktor, ich kann mich
nicht davon trennen.» <
Von Manuel Huber, Bild: Fotosolar
Hürlimann D-150 S
Wenn man Erwin Schmid persönlich fragt, gibt er bestimmt
gerne Auskunft über sein Schmuckstück.
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Veranstaltungen
Tag der offenen Tür
Stiftung Brändi, AWB Sursee
Münsterstrasse 20, 6210 Sursee
> Samstag, 30. November, 9 bis 16 Uhr
Tag der offenen Tür – 25-Jahre-Jubiläum
Stiftung Brändi, AWB Littau
Grossmatte 16a, 6014 Luzern/Littau
> Risotto gesponsert von der Mättli-Zunft Littau
> Musik von den Colorados
> Samstag, 26. Oktober, 9 bis 16 Uhr
Christkindli-Märt Willisau
Stiftung Brändi, Brändi-Shop
Spittelgass 2, 6130 Willisau
Unser Brändi-Shop freut sich auf Ihren Besuch.
> Freitag, 6. Dezember bis Sonntag, 8. Dezember
Weihnachtskarten
Menschen mit Behinderung malen, stanzen,
prägen und drucken die verschiedenen Teile
der Weihnachtskarten. Jede Karte stellen
sie mit viel Liebe und Geduld von Hand her.
Sie geniessen dabei die abwechslungsrei-
chen Arbeiten und das kreative Schaffen. Be-
stimmt finden auch Sie in unserer Weih-
nachtskollektion die passende Karte für Ihren
Weihnachtsgruss. Wir fertigen auch gerne
individuelle Karten für Sie – zu einem bestimm-
ten Thema, mit Ihrem Firmenlogo oder
einem Sujet Ihrer Wahl. Teilen Sie uns Ihre
Ideen mit, für Sie werden wir gerne kreativ.
Rufen Sie uns einfach an,
Telefon 041 971 03 35.
Rund um die Stiftung Brändi
Herausgeberin: Stiftung Brändi, Horwerstrasse 123, 6011 Kriens, T 041 349 02 02, <PRESIDIO_ANONYMIZED_EMAIL_ADDRESS>, braendi.ch, braendi-shop.ch
Aboservice: T 041 349 02 02, <PRESIDIO_ANONYMIZED_EMAIL_ADDRESS> Erscheinungsweise: Erscheint zweimal jährlich Redaktionsleitung: Roger
Aeschlimann Konzept und Gestaltung: RAISE YOUR FLAG Kreativbüro, raiseyourflag.ch Redaktionelle Mitarbeit: Manuel
Huber, huberkom.ch Fotografie: Fotosolar, fotosolar.ch; Bruno Rubatscher; Fabian Biasio, biasio.com Illustration: Matthias
Leutwyler Druck: Brunner Medien AG, bag.ch Versand: Das Magazin klar wird durch die Stiftung Brändi, Digitaldruck/Letter
shop/Druckweiterverarbeitung, verarbeitet und verschickt Auflage: 21 000 Exemplare Papier: Edixion FSC Offset Social Media:
facebook.com/stiftungbraendi Copyright: © Stiftung Brändi, alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigungen nur mit schriftlicher
Einwilligung. ISSN 1664-9753.
Weihnachtsausstellung
«Schlittenzauber» vom 23. November
bis 24. Dezember 2019
Eröffnungsabend: Freitag, 22. November, 17 bis 20 Uhr
Heiligabend: Dienstag, 24. Dezember von 8 bis 12 Uhr
Reguläre Öffnungszeiten
Mo
13.30–18.00 Uhr
Di–Fr
08.00–12.00 Uhr, 13.30–18.00 Uhr
Sa
08.00–16.00 Uhr
Die schönsten Unikate und die liebenswertesten Stücke
aus unserer Werkstatt können Sie bei uns kaufen. Besu-
chen Sie den Schlittenzauber gemeinsam mit Familie
und Freunden. Geniessen Sie die festliche Stimmung, un-
sere kunstvoll dekorierte Ausstellung ist für Sie geöffnet.
Stiftung Brändi, Dorfgärtnerei Kriens
Schachenstrasse 33, 6010 Kriens
Assistant: